Diskobesuch endet mit Not-OP und 7 Titanplatten im Schädel

Es sollte ein unbeschwerter Abend in der Detmolder Disko „Hermann’s-Club“ werden – feiern, trinken, tanzen. Doch der Diskobesuch im August 2017 endete für einen heute 31-jährigen Barntruper mit einer Notoperation im Klinikum, die Mediziner setzten ihm sieben Titanplatten in den Schädel und retteten damit sein Leben. Stunden zuvor soll die friedliche Stimmung in dieser Sommernacht aus unerfindlichen Gründen völlig eskaliert sein. Das spätere Opfer geriet in Streit mit einem anderen Gast – dem jetzigen Angeklagten. Worüber sich die beiden stritten, ist auch knapp vier Jahre nach der Tat noch unklar – vielleicht spielten Eifersucht, Drogen, Alkohol, Beleidigungen oder ein Mix aus allem eine Rolle. „Die Aktenlage ist an diesem Punkt noch etwas unklar, da wird das Verfahren hoffentlich für Abhilfe sorgen“, sagt Amtsgerichtsdirektor Michael Wölfinger. Klar ist, dass am kommenden Freitag, 26. Februar, der heute ebenfalls 31-jährige mutmaßliche Täter wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank des Detmolder Amtsgerichts sitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Detmolder vor, dass er gemeinsam mit einem Kumpel, der unerkannt fliehen konnte, dem Barntruper mit voller Wucht mitten auf der Tanzfläche gegen den Kopf getreten haben soll. Anschließend soll der Angeklagte dem am Boden liegenden Geschädigten noch einen heftigen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben.
Der Prozess gegen den Schläger sollte bereits 2018 stattfinden, doch der Detmolder tauchte unter, wurde mit Haftbefehl gesucht, Ende vergangenen Jahres verhaftet und sitzt seit dem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. „Der Angeklagte schweigt bisher zu den Vorwürfen“, sagt Wölfinger

Opfer ist Nebenkläger im Prozess

„Vom Mittäter des Angeklagten fehlt bisher jede Spur. Die Tritte und Schläge waren so heftig, dass das Opfer nur mit einer sofort eingeleiteten Operation, die mehrere Stunden dauerte, gerettet werden konnten“, so Wölfinger. Der Barntruper tritt im Prozess als Nebenkläger auf und will im Zeugenstand nicht über die Tatnacht berichten, sondern auch über seinen gegenwärtigen Gesundheitszustand informieren. Sowohl der Verteidiger des Angeklagten, als auch der Rechtsanwalt des Opfers, wollten sich im Vorfeld nicht zum Verfahren äußern und baten um Verständnis.
Der Prozess am Amtsgericht Detmold beginnt am Freitag, 26. Februar, um 9 Uhr in Saal 114.
Foto: Bernhard Preuss

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