Corona-Lockerungen: Warten auf das große Kino

Das Comeback der Außengastronomie – seit gestern dürfen Restaurants, Bars und Kneipen ihre Freiluftbereiche wieder öffnen – begeistert viele Gäste. Auch Kinobetreiber Volker Pannenbecker freut sich für seine Kollegen in der Gastronomie und ist zugleich „enttäuscht“, wie wenig bei den Corona-Lockerungen an Kinos gedacht wird. Die Lage ist dramatisch: In diesem Jahr verbucht die Kinobranche bislang null Besucher und damit null Einnahmen. „Wir haben seit November geschlossen und können unsere rund 70 Mitarbeiter, darunter viele Aushilfen, nicht mehr beschäftigen“, sagt Pannenbecker, der die „Filmwelt“ in Lage, das „Hansa-Kino“ in Lemgo und ein weiteres Lichtspielhaus in der Detmolder Innenstadt betreibt.

„Unsere Hygienekonzepte sind fertig und liegen in den Schubladen.“

Volker Pannenbecker, Kinobesitzer

Jetzt wollen die Filmtheaterverbände das Ende des Pandemie-Heimkinos einläuten: Im Juli soll es losgehen. Angesichts „des Impffortschritts und der sinkenden Infektionszahlen“ stehe die gesamte Kinobranche bereit, heißt es in einer Erklärung der Kinoverbände. „Wichtig ist, dass alle Kinos bundesweit gemeinsam öffnen können, damit Verleiher überhaupt neue Filme starten und den Kinos so eine Existenzgrundlage ermöglichen“, sagt Pannenbecker. Er fordert dafür von der Politik „Auflagen mit Augenmaß“. Dazu zähle zum Beispiel, „dass es keine Maskenpflicht am Platz geben und die Besucher Getränke oder Popcorn kaufen und im Saal verzehren dürfen“. Unsere Hygienekonzepte sind fertig und liegen in der Schublade. Dass eine rasche, einheitliche und nicht überreglementierte Wiedereröffnung möglich sei, sehe man in Österreich und in Frankreich. „Die Franzosen dürften ab Ende Juni sogar wieder mit einer hundertprozentigen Auslastung spielen. Auf das große Kino müssen die Lipper noch ein wenig warten“, fügt Pannenbecker hinzu. Natürlich werde zuerst die „Filmwelt“ in Lage eröffnet – wann und in welcher Form, die beiden kleineren Kinos in Lemgo und Detmold in Türe für Cineasten öffnen, stehe noch nicht fest. „ Das hängt auch davon ab, wie die Hygienevorschriften dort umgesetzt werden können. Eine Schließung der beiden kleinen Lichtspielhäuser ist auf jeden Fall nicht geplant“, sagt Pannenbecker.

„Der neue ‚James Bond‘ Film wird erst im November gezeigt.“

Volker Pannenbecker, Kinobetreiber

Weltweit war der Filmmarkt wegen der Pandemie durcheinandergeraten. Der neue „James Bond-Film zum Beispiel wurde mehrfach verschoben und werde wahrscheinlich im erst November laufen, andere Filme wanderten direkt zu Streamingdiensten. Auf der Liste der Filme, die zum Neustart in deutschen Kinos anlaufen könnten, stehen „Catweazle“ mit Komiker Otto, „Kaiserschmarrndrama“ und der Berlinale-Gewinnerfilm „Bad Luck Banging or Loony Porn“.
Dagegen müssen sich die Fußballfans während der kommenden EM vom 11. Juni bis zum 11. Juli neue Orte suchen, um mögliche Siege der deutschen Nationalmannschaft feiern. „Ein Public-Viewing in unserem Außenbereich in Lage, wie während der vergangenen Fußballturniere, wird es bei uns diesmal nicht geben“, sagt Kinochef Pannenbecker.

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