Liebesbriefe in den Knast: 17-Jährige verliebt sich in Mörder

Je schlimmer die Taten von Verbrechern sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Gefängnis bergeweise Liebesbriefe erhalten. Ein Fall in Dänemark sorgt für große Empörung – ein 17-jähriges Mädchen hatte sich in den Mörder Peter Madsen verliebt, während er im Gefängnis sitzt. Der 50-jährige Madsen hatte 2017 eine Journalisten ermordet, zerstückelt, im Meer versenkt und dafür zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Die Regierung will ab kommenden Jahr solche Liebesbekundungen unterbinden.

Was macht Gewalttäter hinter Gittern für Frauen so attraktiv?

Doch der inhaftierte Madsen, dem mehrere Verehrerinnen immer wieder ihre Liebe beichten, entscheidet sich für eine zweifache Mutter aus Russland, die er auch heiratet. Die Braut weiß, dass ihr Ehemann für einen der grausamsten Morde der dänischen Kriminalgeschichte verantwortlich ist: Der 50-Jährige hat vor vier Jahren die Journalistin Kim Wall an Bord seines selbsgebauten U-Bootes gelockt, sie gefesselt, ermordet, zerstückelt und im Meer versenkt. Für die Tat wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch im Gefängnis erhält er immer wieder Liebesbriefe.
Aber was macht Gewalttäter hinter Gittern für Frauen so anziehend? Psychologen bezeichnen dieses Phänomen als „Hybristophilie“, auch Bonnie- und Clyde-Syndrom genannt. Dabei entwickeln vor allem Frauen romantische Gefühle für Kriminelle und fühlen sich erotisch angezogen. Auch an den hiesigen Gefängnissen erhalten Verbrecher, die ihre Strafe absitzen, schriftliche Liebesbekundungen von unbekannten Verehrerinnen.
Doch in Dänemark will die Regierung diesem Phänomen einen Riegel vorschieben, wie mehrere Medien berichten. Danach sollen zu lebenslanger Haft Verurteile keine neuen Liebesbeziehungen eingehen dürfen. Das Gesetz sieht vor, dass Insassen in den ersten zehn Jahren ihrer Freiheitsstrafe nur mit Personen in Kontakt treten dürfen, die ihnen bereits vor der Haft nahestanden.

Zunahme von „Groupies“ von Straftätern soll verhindert werden

Die Regierung hofft demnach, mit diesem Verbot der Zunahme von „Groupies“ von Straftätern entgegenzuwirken. In einer Pressemitteilung des Jusitzministeriums heißt es: „Wir haben in den letzten Jahren widerliche Beispiele gesehen, in denen Häftlinge, die abscheuliche Verbrechen begangen haben, Kontakt zu jungen Menschen aufgenommen haben, um deren Sympathie und Aufmerksamkeit zu gewinnen.“

17-Jährige hält zwei Jahre lang per Telefon und Brief Kontakt zu Mörder

Hintergrund der Gesetzesinitiative ist die Aussage einer 17-Jährigen, die öffentlich zugab, dass sie sich in Madsen verliebt hatte, nachdem sie zwei Jahre lang Briefe mit ihm ausgetauscht und sogar telefoniert hatte. Sie wurde eigenen Angaben zufolge eifersüchtig, als Madsen später eine 39-jährige Russin heiratete.
Das dänische Justizministerministerium betont, dass diese Art von Beziehungen „natürlich gestoppt werden müssen“ und fügt hinzu, dass verurteilte Kriminelle „nicht in der Lage sein sollten, Gefängnisse als Dating-Zentren oder Medienplattformen zu nutzen, um mit ihren Verbrechen zu prahlen“.

Kriminelle sollen in den sozialen Medien oder Podcasts ihre Straftaten nicht thematisieren

Der neue Sechs-Punkte-Gesetzentwurf verbietet es Langzeitgefangenen außerdem, sich über ihre Straftaten in sozialen Medien frei zu äußern oder diese in Podcasts zu thematisieren. Madsen hatte den Mord an der Journalistin Wall erst während eines Auftritts in einer dänischen Dokumentation gestanden. Außerdem sollen Gefangene künftig mindestens zehn Jahre ihrer Strafe verbüßt haben, bevor eine vorübergehende Entlassung in Betracht gezogen wird. Bisher sind es maximal vier Jahre.

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