Auf der Suche nach dem gemeinsamen Sex-Abenteurer

Normalerweise lodert neben dem Ledersofa der Kamin, daneben eine kleine Bar, deren Wände Frauenbilder in Reizwäsche schmücken, links geht’s in den Saunabereich und im Obergeschoss zu den „Spielwiesen“ – so heißen die Bereiche, in denen sich Paare und Singles zum Sex treffen. Darunter der „Chaos Platz“, der Raum für mehrere Paare bietet, auch ein Spanner-Schrank,„Auf der Suche nach dem gemeinsamen Sex-Abenteurer“ weiterlesen

Shakespeare ist kein Liebesretter

Seit knapp zwölf Jahren habe ich Stefan* nicht mehr persönlich getroffen – nach dem Ende des Studiums in Gießen trennten sich unsere Wege. Er blieb in der Region, plante seine Zukunft mit seiner großen Liebe Anna*, mich zog es weg. Wir trafen uns an Geburtstagen und auf Silvesterfeiern, dann ersetzten Bilder am Bildschirm die persönlichen„Shakespeare ist kein Liebesretter“ weiterlesen

Wenig Hoffnung im Gorkipark

Er stellt sich als Jochen vor, streckt mir die Innenfläche seiner linken Hand entgegen und bittet um etwas Kleingeld – über seine rissigen Fingerkuppen ragen schmutzige Nägel. Schweigend trete ich einen Schritt zurück und krame in meiner Hosentasche nach Münzen. Jochen blickt mich mit glasigen Augen an, der Schorf an seinen Mundwinkeln hat sich teilweise„Wenig Hoffnung im Gorkipark“ weiterlesen

Das Baby ist endlich da!

Paul ist da – gesund hat der Kleine am vergangenen Samstag um 7.58 Uhr das Licht der Welt erblickt – 52 cm groß und knapp vier Kilo schwer. Mein Auto – ein Golf – diente als „Storchenmobil“, weil ich Pauls Eltern Melanie und Jonas den Zweitschlüssel am 31. März in den Briefkasten geworfen hatte –„Das Baby ist endlich da!“ weiterlesen

Kopieren in der Perückenwelt

In diesen merkwürdigen Zeiten wird auch das Kopieren von Unterlagen zu einer Herausforderung. Der einzige Copy-Shop in der Innenstadt hat geschlossen. Ich bitte in Drogerien, Bäckereien und Apotheken um „Kopierasyl“ für meine 13 Seiten – doch überall nur Kopfschütteln. Nach knapp halbstündiger Absagenflut stelle ich meine verbalen Bittgesuche, die einen immer flehentlicheren Unterton bekommen, ein„Kopieren in der Perückenwelt“ weiterlesen

Das quälende Doppelleben in der türkischen Gemeinde

Es ist Ramadan – der muslimische Fastenmonat steht in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen – keine Moscheebesuche, keine gemeinsamen Gebete und kein Fastenbrechen im Kreise von Freunden und Familie. Vom 23.April bis 23. Mai verzichten die Gläubigen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Speis und Trank. Für mich ist das nichts, aber ich freue mich auf„Das quälende Doppelleben in der türkischen Gemeinde“ weiterlesen

Die Ausgegrenzten

Er stellt sich als Jochen vor, streckt mir die Innenfläche seiner linken Hand entgegen und bittet um etwas Kleingeld – über seine rissigen Fingerkuppen ragen schmutzige Nägel. Schweigend trete ich einen Schritt zurück und krame in meiner Hosentasche nach Münzen. Jochen blickt mich mit glasigen Augen an, der Schorf an seinen Mundwinkeln hat sich teilweise„Die Ausgegrenzten“ weiterlesen

Musik öffnet das Herz

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus fesselt viele an Heim und Herd – mich auch. Der eher monotone Alltag, trotz Buchlektüre sowie Telefonaten mit Freunden und Familienangehörigen, macht sich bei mir hin und wieder durch Kopfschmerzen bemerkbar. Auch an diesem Freitagvormittag. Ich entscheide mich für einen Spaziergang im benachbarten Palaisgarten. In „normalen“ Zeiten„Musik öffnet das Herz“ weiterlesen

Der Tod ohne Religion

Das Coronavirus kennt keine Grenzen und Konfessionen – Christen, Juden, Muslime und alle anderen Menschen rund um den Globus, die an irgendwen oder irgendwas glauben, leiden, weinen und trauern um Angehörige, denen sie teils nicht einmal die letzte Ehre erweisen können.Ich treffe meinen türkischen Freund Esin in der Warteschlange vor einem Detmolder Supermarkt. Wir begrüßen„Der Tod ohne Religion“ weiterlesen

Gabys gute Seele

Ich treffe Gaby Hollmann, die ich seit Jahren kenne, nach ihrem Einkauf im Stoffhaus, das seit Montag wieder geöffnet ist – sie schiebt ihr Fahrrad, das mit einem grünen Täschchen am Lenkrad, das an eine Kühltasche erinnert, und einem Bastkörbchen auf dem Gepäckträger ausgestattet ist. Sie begrüßt mich mit den Worten: „Ich brauch‘ Stoff und„Gabys gute Seele“ weiterlesen